Träger des Pflegezentrums ist die Astor-Stiftung Walldorf

Die Astor-Stiftung hat ihren Ursprung im Jahre 1850. Johann-Jakob-Astor, der aus Walldorf stammte und in Amerika zu großem Reichtum kam, hat in seinem Testament seiner Heimatstadt im Wege eines Vermächtnisses ein Kapital von damals 50.000 Dollar für die „Armen in Walldorf“ hinterlassen. Dem Wunsch Astors folgend, wurde mit diesem Geld ein Armen- und Waisenhaus errichtet. 

Nachdem ein Grundstück gefunden war, konnte im Jahre 1852 mit dem Bau des Astorhauses begonnen werden. Die feierliche Einweihung fand am 09. Juli 1854 statt. Gleichzeitig nahm die Anstalt ihren Betrieb mit 30 Pfleglingen auf. Damals fanden sowohl ältere Menschen als auch Kinder eine Bleibe, für die auch eine Schule betrieben wurde. Im Jahre 1893 erhielt die Astor-Stiftung eine Zustiftung von 50.000 Mark von Astors Urenkel William Waldorf Astor.

Nach der Einweihung bis zur Jahrhundertwende erlebte das Astorhaus seine Blütezeit. Aufgrund äußerst sparsamer Wirtschaftsführung, auch während des Ersten Weltkrieges, hatte sich das Kapital gut vermehrt. Allerdings verlor die Astor-Stiftung durch die Inflation im Jahr 1923 fast ihr ganzes Vermögen.

Die politischen Veränderungen Anfang der 1930er Jahre schlugen sich auch auf das Astorhaus nieder. Der Stiftungsrat wurde durch einen gleichgeschalteten, nationalsozialistischen ersetzt. Ab 1935 begann die Suche nach geeigneten Gebäuden für den Reichsarbeitsdienst (R.A.D.), der einen Standort für ein Arbeitsdienstlager in Nordbaden suchte. Trotz Intervention des Verwalters wurde der Betrieb des Armenhauses im Jahr 1937 aufgelöst, Gelder der Stiftung beschlagnahmt und das Haus dem weiblichen Reichsarbeitsdienst übergeben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Astorhaus der Unterbringung von Flüchtlingen und Evakuierten. Mit Inkrafttreten des neuen Stiftungsgesetzes für Baden-Württemberg am 04. Oktober 1977 wurde die weitere Entwicklung der Astor-Stiftung durch die vom Stiftungsrat beschlossene Rückführung zur ursprünglichen Zweckbestimmung neu definiert. 

Am 04. Mai 1981 wurde vom Stiftungsrat durch Satzung der Stiftungszweck  „Bau von Wohnungen und sonstigen Einrichtungen für ältere Menschen“ neu formuliert. Damit erfüllte die Stiftung wieder ihrer ursprünglichen Zweckbestimmung. Das Astorhaus sowie der dazugehörige Park gingen im Jahre 1985 an die Stadt Walldorf über. Mit dem Erlös hat die Astor-Stiftung 1988 im Bereich „Kasernenhof“ hinter der katholischen Kirche Altenwohnungen errichtet.

Im Jahre 1990 beschloss der Gemeinderat der Stadt Walldorf am gleichen Standort ein Alten- und Pflegeheim zu errichten, für welches die Astor-Stiftung die Betriebsträgerschaft übernahm. Das Pflegezentrum Astor-Stift mit stationärem und ambulantem Bereich sowie einer Nachbarschaftshilfe konnte am 01. Januar 1999 den Betrieb aufnehmen. Gleichzeitig wurde in unmittelbarer Nachbarschaft die Seniorenwohnanlage Hopp-Stift I in Betrieb genommen. Die Dietmar Hopp Stiftung GmbH hat die Finanzierung dieser Seniorenwohnanlage übernommen. Für diese Schenkung ist die Astor-Stiftung den Eheleuten Annelie und Dietmar Hopp überaus dankbar, die mit dieser Zuwendung einmal mehr ihre enge Verbundenheit zur Astor-Stiftung deutlich gemacht haben.

Wenige Jahre später haben Annelie und Dietmar Hopp erneut dafür gesorgt, dass mit einer weiteren Zuwendung aus Mitteln der Dietmar Hopp Stiftung GmbH mit dem Hopp Stift II eine Seniorenwohnanlage an der Bahnhofstraße errichtet werden konnte, die ebenfalls als großzügiges Geschenk an die Astor-Stiftung Walldorf übergeben wurde.


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